Olympia schleicht sich auf leisen Sohlen heran

Eigentlich haben die Ratzeburger Ruderer eben noch die drei tollen WM-Medaillen ihrer Wettstreiter Marco Geisler, Marita Scholz und Jörg Lehnigk gefeiert und sich einen ebenso kurzen wie verdienten Urlaub gegönnt, aber wenn alle auf die Uhr schauen, hat der Countdown Athen 2004 schon längst begonnen. Und die große Jagd auf die noch zu besetzenden Rollsitze beginnt nun heißer denn je.
Der mehrfache Vierer-Weltmeister Marco Geisler dürfte derweil als einziger die Wildcard für einen Platz im Mittelschiff, dem Maschinenraum, des DRV-Doppelvierers von Bundestrainer Lothar Trawiel sicher haben. Doch dass ist nur ein kleiner Bonus für die jahrelange konstant starke Performance die der 29jährige Geisler auf nationalen und internationalen Regatten abgeliefert hat. Denn im Olympiajahr muss jeder Rollsitz, sowohl bei erfolgreichen Booten wie dem Doppelvierer, als auch bei nicht so erfolgreichen Booten, wie dem Deutschlandachter überprüft werden und kein Athlet kann sich seiner Nominierung absolut sicher sein. Und zu Höchstleistungen braucht Geisler niemand zu motivieren, denn nach der Bronzemedaille 2000 in Sydney und der unglaublichen dominierenden „Goldfahrt“ von Mailand sind die sportlichen Träume auch gleichzeitig seine Ziele. Welche anderen Ziele soll sich der weltbeste Vierer und amtierende Weltmeister auch sonst vornehmen? Zweiter werden mit Sicherheit nicht.
Ziel bei Leichtgewicht Jörg Lehnigk ist in aller erster Linie die Qualifikation. Und da der gelernte Skuller, typischer Stil für die Ratzeburger Ruderausbildung, im Skullbereich zur Zeit kein Land sieht, passt er sich einfach den wechselnden Gegebenheiten an, ändert den Stil und trainiert zur Zeit mit den Riemenruderern, die den schnellsten Vierer für die Olympiaqualifikation stellen wollen. „Sicherlich ist auch das Riemenlager ein Haifischbecken in der olympischen Saison, aber in Absprache mit dem Bundestrainer versuche ich jetzt einmal den Wechsel. Und lerne erst einmal die richtige Technik von den besten Leuten wie den beiden Achter-Weltmeistern von Mailand Birger Schmidt und Matthias Hobein, sowie Birgers älterem Bruder Thorsten Schmidt, der schon 2000 im Olympiaboot saß und jetzt das Training wieder aufgenommen hat“, erzählt Lehnigk über seine ersten Gehversuche im Riemengeschäft. Und auch die Skulldamen des RRC, Marita Scholz und Meike Evers, greifen jetzt am Wochenende zum ersten Mal in die Tasten ihrer feingestimmten Sportgeräte. Nämlich bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in Eschwege über 500m. Olympiasiegerin Meike Evers wird zunächst im Einer auf die von ihr so gut beherrschte Sprintstrecke gehen und dann zusätzlich mit der WM-Bronzegewinnerin Scholz im Doppelzweier auf Sieg setzen.
Dafür sind die beiden von Bundestrainer Hans-Peter Schmidt glänzend eingestellt worden und nutzen diesen Eingangswettkampf als Motivation für die kommende Saison.

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