Himmelfahrtstour 20.05.2004

In die Wakenitz soll es gehen, eine Woche vorher hatte ich mich eingetragen, da hatten sich 7 Mann vor mir eingetragen. Als ich dann am Himmelfahrtstag kurz vor 9 Uhr am Bootshaus erschien, sprach man allgemein von 18 Teilnehmern, um 9 Uhr waren die Mannschaften immer noch nicht verteilt, weil man mit 13 Teilnehmern noch auf mindestens einen, nämlich einen Tennisspieler wartete. Doch konnten wir immerhin schon die Boote auswählen, 3 Vierer, wovon eines ein Riemenboot war. Diese konnten wir bemannen, weil uns glaubhaft versichert wurde, das der Tennisspieler auf jeden Fall kommen würde. Doch in einem Boot blieb ein Platz unbesetzt, so hatten wir etwas mehr Raum für die vielen Utensilien, die wir mitnehmen mußten, um uns an unserem Ziel mit heißen Würstchen und Zutaten versorgen zu können. Zwei Kisten Bier und zwei Kisten Wasser dienten dem Ausgleich des Schweißes, den wir auf der langen Fahrt ausstoßen würden. (Bild L1030562)
Auch das Wetter meinte es gut mit uns, zum mindesten gab es keinen Regen, sodaß wir irgendwann dann auch loskamen. Wir wollten ja immer beieinander bleiben, was sich dadurch kennzeichnete, das daß als letztes gestartete Riemenboot bei der Durchfahrt durch die engen Brücken beim Schwanenteich und an der Fischerei vorbei die größten Schwierigkeiten zu bestehen hatte, und deshalb weit zurück lag. Durch den kräftigen Westwind mußten wir zusehen, die Route westlich unter Land zu nehmen. So trafen wir uns erstmals in Pogeetz wieder, wo wir an einem neuen Steg festmachten. Hier konnten wir dann auch unseren Durst löschen. Nach der Abgabe von den angesammelten Flüssigkeiten, man nennt das ja auch Vorpiek lenzen, und der Abgabe eines Obulus an den Wart des Platzes, der so schön sauber dalag, setzten wir unsere Fahrt fort. (Bild L1030570)
Bald kamen wir nach Rothenhusen und in die Wakenitz, die durch Ausflugsboote und Privatfahrer stark befahren war, wir mußten aufpassen, das wir nicht eines der Kanus mit unerfahrenen Schippern über den Haufen fuhren. Die Kais in der Nähe des Gasthauses waren voller Motor- und anderer Boote, die Wege am Ufer voller Menschen, wahrscheinlich mit den Ausflugsbooten aus Lübeck gekommen. Aber auch die Holzbrücke über die Wakenitz dröhnte des öfteren vom Überfahren durch PKW und Motorräder. Der Ost-West Verkehr hat seit der Wende auch hier so richtig eingesetzt.
Die Bäume an beiden Ufern der Wakenitz bilden nun eine Art Tunnel, der die Sonne etwas abschirmt. Ich wurde etwas unruhig als mich der Steuermann fragte wo denn die Wakenitz entspringt? Doch das kann ich nun beim besten Willen nicht sagen, auch wenn ich die Gegend hier seit meiner Jugend kenne. Er meinte gar sie müßte am Südende des Küchensees aus einem dort einmündenden Bach aus den Wiesen nördlich von Schmilau entspringen, was ich aber nicht bestätigen konnte, weil ich da überfragt bin. Ich habe zwar dort am Südende des Küchensees eine Weile gewohnt, doch hatten wir damals andere Sorgen als die, wo das Wasser für die Wakenitz herkommt.
Nach ein paar Kilometern erreichten wir unseren Rastplatz, dieses Jahr ist es hier noch trister als in 2003, weil überall Sand das Grün bedeckt, aber die Böschung ist noch nicht entfernt worden, sodaß wir gut anlegen konnten. Dieses Gelände war früher mal mit Wochenendhäusern bestanden, die durch die Ersatzbeschaffung für die durch die Autobahntrasse wegfallende Natur entfernt werden mußten. Hier an der Wakenitz finde ich diese Entscheidung auch sehr gut, weil die Natur immer noch der schönste Rastort für uns Ruderer ist.
Nun wurden die Utensilien ausgepackt, unser Koch fachte den Gasherd an, das Wasser fing an zu sieden, die Würste kamen hinein, der Kartoffelsalat mit den Würstchen schmeckte uns köstlich, aber wie das immer so ist, es bleibt noch eine Menge nach. Auch dem Bier und dem Wasser wurde eifrig zugesprochen. Danach wurde ein Neuling mit dem Wasser aus dem Küchensee getauft, das sonst übliche Schaalseewasser ist dem Club ausgegangen, dann stellten wir uns zu einem Gruppenfoto zusammen, um das neue T-Shirt vorzuführen, das uns ein Sponsor geschenkt hat. (Bild L1030572, 576)
Die Utensilien wurden wieder in die Boote verstaut, auch der Unrat mit Ausnahme des Teils aus den Vorpieks wurde in die Boote verbracht, sodaß wir bald aufbrechen konnten. Während unseres Aufenthaltes kamen auch Ruderer aus Lübeck und campierten in der Nähe, Bekannte begrüßten sich. Doch wir wollten wieder in die Boote, um noch ein Stück weiter Richtung Lübeck zu fahren bis zur Autobahntrasse und der noch nicht vorhandenen Brücke, deren Stummel auf beiden Seiten der Wakenitz über das Ufer ragten. In der nächsten Woche soll auch diese Lücke geschlossen werden, damit der Hauptverkehr nach dem nördlichen Mecklenburg im nächsten Jahr über diese A20 rollen kann. (Bild L1030579)
Der Rückweg auf der Wakenitz gestaltete sich wieder schwierig, besonders im Bereich von Rothenhusen fahren und liegen an diesem Nachmittag etliche Boote im Wege. Die Mannschaften von einem Doppelvierer und dem Riemenvierer hatten gewechselt, nun saßen jüngere Leute an den Riemen, die kamen nicht mit zur Autobahn, sondern wendeten sich gleich der Heimreise zu, was zur Folge hatte, das sie eine Stunde früher als die anderen zwei Boote im Bootshaus ankamen. Die beiden Doppelvierer fuhren nach dem Verlassen der Wakenitz nicht direkt nach Ratzeburg, sondern nahmen den Weg am Westufer, um der harten See auf offener See aus dem Wege zu gehen, der Wind hat gegenüber dem Morgen nicht nachgelassen. Wir machten nochmal Station in Pogeez, damit die verschiedenen Vorpieks nicht am falschen Ort überliefen. Auf dem weiteren Heimweg wurden wir zusehends müde, kamen aber doch endlich an. Die Boote wurden gesäubert und in die Halle gebracht. Eine gelungene Fahrt ist abgeschlossen

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