Deutsche Jugendmeisterschaften 2005 in Duisburg Wedau

Toller Doppelerfolg für den Ratzeburger Ruderclub bei den diesjährigen Jugendmeisterschaften der U19-Ruderer auf der berühmten Regattastrecke im Sportpark Duisburg Wedau. Gleich zweimal schlugen die A-Juniorinnen Kathrin Nestler und Imke König im Zweier und im Vierer zu und durften sich unter großem Applaus vor der Zuschauertribüne die ersehnten Goldmedaille umhängen lassen.
Viele Eltern, Freunde und Fans des RRC waren teilweise morgens um 3 Uhr losgefahren um live dabei zu sein, wenn die Junioren-Ruderer des starken Rudervereins vom Küchensee ihren Saisonhöhepunkt nach langen neun Monaten harten Trainings erleben. Und was die beiden Schülerinnen von der Lauenburgischen Gelehrtenschule Kathrin und Imke dort auf dem Wasser der Konkurrenz zeigten war eine mehr als gelungene Mischung zwischen Frauenpower und Ladykracher. Wie schon in der ganzen Saison dominierte das Doppel-Duo auch in den Vorrennen der Deutschen Meisterschaft die Konkurrenz im Leichtgewichtszweier. Im Finale war es dann nur noch die Galavorführung zweier unglaublich erfolgreicher A-Juniorinnen, die sich über die 2000 Meter nur selbst schlagen konnten. Mit unheimlich harmonischer Rudertechnik und Wasserarbeit dominierten die hübschen jungen Ausdauersportlerinnen die Konkurrenz vom Start weg und siegten vor den platzierten Booten aus Hannover und Herdecke. Nach überschwänglichem Jubel fiel der ganze Druck der Saison nach überrudern der Ziellinie von den jungen Damen ab und entlud sich mit einem lauten Siegesschrei, der aller Ratzeburger Tradition würdig war. Doch es bleib noch keine Zeit für ein belohnendes Glas Champagner, denn ein zweiter Start im Doppelvierer stand noch bevor. Gemeinsam mit ihren langjährigen Partnerinnen aus Bremen, den Zwillingsschwestern Lisa und Melanie Baues, die sich den Meistertitel im schweren Doppelzweier sicherten, schlug das Duo Infernale dann vier Stunden später noch einmal mächtig zu. Wenn sich zwei Meisterboote zusammensetzten bleibt der Konkurrenz oftmals nur ein langes Gesicht und die im Rennen knappe Luft weg. Denn auch im Doppelvierer triumphierte das norddeutsche Quartett überlegen vor der bundesweiten Konkurrenz aus Frankfurt, Leverkusen, Essen und Neuss. Einen Doppelsieg wie diesen hat es in Ratzeburg im Juniorenbereich seit über zehn Jahren nicht gegeben und er wurde standesgemäß vor Ort vom ersten RRC-Vorsitzenden Prof. Dr. Frank T. König, zugleich auch Vater von Imke, und allen mitgereisten Ruderfans gefeiert. Ein ganz tolles Rennen zeigten auch Arne Lange und Hannes Heppner aus dem Ruderinternat der Ruderakademie Ratzeburg. Von Trainer Klaus-Dieter Stecker optimal eingestellt, holten die beiden A-Junioren im Finale alles aus sich heraus und gingen über die eigene Leistungsgrenze heraus. Zur Belohnung gewannen sie die Silbermedaille und wertvolle Punkte für die Vereinsstatistik. Mit einem starken vierten Rang beschloss Moritz Franz seine tolle erste Rudersaison im B-Bereich. Das junge Leichtgewicht stellte sich seinen rund 30 Gegnern im Skiff und kämpfte sich bis in das Finale vor, wo er die Medaillenränge in einem spannenden Endspurt nur denkbar knapp verpasste. Aber auch ein vierter Platz auf einer deutschen Meisterschaft ist eine starke Leistung für den jungen Nachwuchsruderer. Ebenso wie der sechste Rang im Finale des leichten Zweier-ohne Steuermanns von Martijn Oosterbaan und Morton Freytag. Das Ratzeburger Duo setzte alles auf eine Karte und preschte vom Start weg in der Spitzengruppe mit, lag bei 1000 Metern zur Halbzeit sogar vorn. Doch dann kam im letzten Streckenabschnitt der berühmte „Mann mit dem Hammer“ und erwischte das RRC-Boot. Martijn und Morton hatten ein wenig zu hoch gepokert und konnten das schnelle Tempo auf den letzten 350 Metern nicht mehr mitgehen und mussten sich mit dem sechsten Rang begnügen. Doch die beiden jungen Männer werden die Hoffnung nicht aufgeben, gehören sie doch dem jüngeren Jahrgang an und alle anderen Finalteilnehmer sind 2006 bereits Senioren. Und dann werden sie wiederkommen und allen Ruderern zeigen wo Ratzeburg liegt: „Zwei Längen vor dem Gegner“, wie es der Streckensprecher analog dem Ratzeburger Zitat der 60er-Jahre oftmals verkündete.
Die gesamte Junioren-Gruppe des RRC gewann zudem überraschend für alle Beteiligten den zweiten Platz von über 50 deutschen Vereinen in der Mannschaftswertung hinter der Potsdamer RG, die etwa dreimal so viele Athleten ins Rennen geschickt hat, wie die Kleinstadt Ratzeburg. Dies muss man faktisch als Beweis für die sehr gute Trainerarbeit von Mark Amort und Klaus-Dieter Stecker nehmen, die aus der kleinen aber feinen Trainingsgruppe eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft mit Siegermentalität geformt haben.
Es gibt jedoch noch eine weitere Medaille für den Kreis Herzogtum Lauenburg zu feiern. Denn der Möllner Ruderclub gewann mit seinen Ausnahmeruderern Matthias Wehmer und Malte Kaminski in einem ganz starken Doppelzweier-Rennen eine Bronzemedaille bei den Leichtgewichten hinter den Teams aus Mainz und Konstanz. Dies rundet den Stärkebeweis für eine ganze Region ab. Wer weiß, was möglich wäre, wenn sich solch schnelle Nachwuchsathleten in einer Mannschaft zusammentun. Doch mit den Plänen für die nächste Saison ist es erst mal noch ein wenig hin und nach langer Zeit des harten Arbeitens bleibt nun ausreichend Zeit für Urlaub und angemessene Feiern in den Rudervereinen Ratzeburgs und Möllns.

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