Deutsche Kleinbootmeisterschaften Köln-Fühlingen 2005

Bei der ersten Ausgabe der neuen Deutschen Kleinboot Meisterschaft (DKM) auf der Regattabahn in Köln-Fühlingen gab es auch für den Ratzeburger Ruderclub eine Bronzemedaille. Jörg Lehnigk belegte in einem ebenso spannenden wie stark besetztem Rennen im Leichtgewichts-Männer-Einer den guten dritten Platz.
Zum ersten Mal heißt die erste und eigentlich auch fast wichtigste 2000-Meter-Regatta in Deutschland nicht mehr Frühtest sondern DKM, was auch mehr Sinn macht. Denn wirklich nur auf dieser Regatta, starten alle Nationalruderer im so genannten Kleinboot. Das heißt die Skuller im Einer und die Riemen-Ruderer im Zweier ohne Steuermann. So wird eine Rangliste der stärksten nationalen Ruderer erstellt. Anhand dieses Rankings stellen die jeweiligen Bundestrainer dann die Großboote Vierer und Achter zusammen, die auf den World-Cups in Eton (England), München und Luzern (Schweiz) den DRV vertreten werden. Und wer diese DKM gewinnt ist wirklich der Schnellste Ruderer Deutschlands.
Bei den Leichtgewichts-Skullern, die maximal 72,5 kg zwei Stunden vor dem Rennen auf die Waage bringen dürfen, musste RRC-Ruderer Nils Budde leider krankheitsbedingt seinen Start zurückziehen und der 25jährige Jörg Lehnigk durfte alleine gegen die deutsche Elite aus über 40 Ruderern antreten. Dabei schlug sich der Sportstudent hervorragend, gewann souverän seinen Vorlauf und qualifizierte sich im Halbfinale für das Große Finale um die Medaillen. Dort, mit bereits zwei 2000-meter-Rennen in den Knochen, drehte Lehnigk dann noch einmal völlig auf und fuhr mit dem besten Endspurt des Rennens noch auf den dritten Platz hinter den beiden Olympia-Ruderern Ingo Euler(Mainz) und Manuel Brehmer (Berlin). „Das war schon mal nicht schlecht und ich freue mich sehr über diese Bronze-Medaille, aber die Saison ist noch sehr lang und auch ich möchte mich in diesem Jahr für den olympischen Doppelzweier für die WM in Gifu (Japan) qualifizieren. Am liebsten mit meinem Vereinspartner Nils Budde, wenn er sich wieder erholt hat. Denn zwei schnelle Einer sind nicht automatisch ein schneller Zweier und umgekehrt. Deswegen darf man die Einer-Resultate nicht überbewerten und muss die ersten Zweier-Rennen anschauen“ gibt sich Lehnigk nach seiner ersten Meisterschaftsmedaille in diesem Jahr zufrieden.
Etwas Pech hatte der Ratzeburger Olympionike Marco „Heiner“ Geisler. Nach den anstrengenden Vorrennen auf der WM-Strecke von 1998, kam „Heiner“ im Finale nicht ganz so gut in den Tritt und belegte bei äußerst strammem Gegenwind den 5. Platz. Nach dem vorläufigen Karriere-Ende von RRC-Olympia-Siegerin Meike Evers und RRC-Weltmeisterin Marita Scholz, kommen die jungen Damen jetzt zum Zuge. Aus der Juniorinnen-Klasse aufgestiegen sind Ramona Lüdemann und Melanie Hansen (beide Jahrgang Ž86). Während Ramona in ihrer ersten Saison bei den U23-Damen noch Lehrgeld bezahlte und im Hoffnungslauf ausschied, kam die gleichaltrige Melanie Hansen aus der Ruderakademie Ratzeburg deutlich besser in Fahrt und belegte einen sehr guten 8.Platz. Der jungen Dame, die offiziell für den Domschul-Ruderclub Schleswig startet, aber in Ratzeburg im Internat wohnt und trainiert, ist das ein großer Teil-Erfolg. Mit diesen beiden Ruderinnen an einem Stützpunkt bietet sich natürlich auch ein gemeinsamer Doppelzweier an, doch darüber werden die Trainer entscheiden und man muss den weiteren Saison-Verlauf abwarten. Auch Hauke Klemp, im letzten Jahr noch A-Junior, hatte es heuer mit Brocken wie Geisler oder anderen Weltmeistern und Olympia-Teilnehmern zu tun und verabschiedete sich in der Runde Hoffnungslauf aus dem Rennen um die Deutsche-Meister-Kette. Für den jungen Mann werden noch genug Gelegenheiten kommen sich zu beweisen, denn auch er muss sich erst einmal mit dem Unterschied im Haifischbecken Senior-Rudern vertraut machen. Insgesamt also eine solide Vorstellung der kleinen RRC-Delegation in Köln und nach diversen weiteren Laktat-, Stufen-, Messboot-, Ergometer-, und Kraft-Tests wird man sehen in welche Mannschaftsboote die Cracks vom RRC dieses Jahr eingebaut werden.

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