Himmelfahrtstour 2005

An dem Tag, an dem viele gerne heiraten wollten, weil es der 05.05.05 ist, gehen wir auf unsere alljährliche Rudertour zum Vatertag. Dieses Mal soll es zum Schaalsee gehen, und das bedarf einiger Vorbereitungen. So mußte bei der Farchauer Mühle angefragt werden, ob wir unsere Boote über deren Wege transportieren dürfen, und ob der Rastplatz am Pipersee frei ist. Dann mußten unsere Transportwagen vom Bootshaus zum Anleger Farchauer Mühle verbracht werden. Diese Aufgaben löste unser Senior Manfred Schoop, der mit zwei anderen nun passiven Ruderern den Landweg nahm, damit die Rudersklaven nicht so viel mitschleppen müssen, um sich am Zielort laben und nähren zu können.
Um 9 Uhr ist Treffen am Bootshaus des RRC, manche nannten gar 8:30, ich gehe sicher und bin in der Zeit dazwischen vor Ort. Drei Vierer wurden es, jeweils mit Steuermann, die “Elsbeth”, die “Domsee” und das Riemenboot “Milano”, die Mannschaftseinteilung begann, bald hatte man sich zusammen gefunden. Und los ging die Fahrt direkt zum Anleger der Farchauer Mühle, das Wetter meinte es gut mit uns, die Sonne schien, erst später wurde der laue Wind stärker.
Hier in Farchau wurden die Boote verladen, zwei Vierer auf dem einen besseren, das dritte Boot auf den zweiten einachsigen Bootswagen. So ging es aufwärts den anfangs engen Weg, später auf der Straße war es leichter, doch die entgegenkommenden Autos zwangen uns zum stoppen und ausmanöverieren, auch ging es ständig bergan, immerhin mußten wir ca 30 m Höhe überwinden, die Entfernung bis zur Schmilauer Brücke beträgt 1.100 m. Feststellen konnte ich dies auf einem GPS Gerät, mit dessen Hilfe wir auch die gesamte Ruderstrecke angezeigt bekamen.
Wir setzten hinter der Brücke in den Kanal ein, was etwas schwierig war, weil wir die Boote die Böschung hinunterbringen mußten. Doch bald saßen wir wieder in unseren Booten, weiter ging die Reise. Die Bootswagen hatten wir in der Böschung am Kanal deponiert.
Den ersten Teil der Kanalfahrt ging es durch offenes Gelände, dann durch einen Baldachin aus frischem Grün der überhängenden Bäume. Dann tat sich vor uns ein Hindernis auf in Form einer Baustelle, wo ein Schacht hergestellt wird, der später die Fische aufnehmen soll, die sonst bei einem Leerlaufen des Kanals trocken fallen würden, wenn sie dann diesen Schacht finden. Wir lavieren uns um die Spundwände herum und setzen unsere Fahrt fort. So kommen wir in den Salemer See, den wir nach 1,5 km verlassen und nach kurzer Kanalfahrt geht die Fahrt über den Pipersee. Der vorausfahrende Riemenvierer macht keine Anstalten irgendwo anzulegen. Also fahren wir hinterher und durchqueren nach kurzer Kanalfahrt den Pfuhlsee, an dessem Ende eine Barriere unter einer hölzernen Brücke die Weiterfahrt behindern soll. Diese Barriere besteht aus einer Kette über und einem Baumstamm unter Wasser, doch man kann sogar mit einem Ruderboot diese Hindernisse bewältigen, was unser Führungsboot uns vormachte.
Unser Steuermann und Herrscher JoBi fand das Verhalten des Führungsbootes garnicht gut, wir machten kehrt, was in dem engen Fahrwasser und bei den nun herrschenden Winden nicht ganz einfach war und fuhren zurück zum Pipersee, wo wir jedoch weder die Landgäng noch das dritte Boot fanden. So irrten wir unschlüssig auf dem See herum bis wir durch einen Zuruf von einem Steg auf unsere Landmannen aufmerksam wurden. Kaum waren wir dem Boot entstiegen, kam auch schon das Führungsboot um die Ecke, sie hatten es auf dem Schaalsee nicht lange ausgehalten, vielleicht wollten sie auch nur unverfälschtes Schaalseewasser aufnehmen, damit die Neulinge des Clubs traditionell getauft werden können.
Denn das war eine Handlung, die später hier vor Ort an drei Freiwilligen vollzogen wurde. Für GeKü war es bereits die zweite Taufe, denn bei der HiFa-Tour 2004 ist er schon einmal getauft worden, doch gab es damals kein originales Taufwasser mehr.
Nach einer ganzen Weile, zwei Bootsbesatzungen und die Landmannen hatten sich schon auf die Getränke gestürzt, kam in gemächlicher Fahrt die “Elsbeth” daher, sie sind aufgehalten worden, von wem, das konnten wir nicht erfahren, nur das sie fröhlich waren, das merkten wir sofort. Na ja, so ist das Ruderleben halt, eine Pause in Ehren kann niemand verwehren. Nun gab es auch etwas zu essen und genügend zu trinken, man unterhielt sich angeregt, und wurde nur durch die oben schon erwähnte Taufe unterbrochen. Wir saßen und standen hier gegen den Wind nur durch ein paar Büsche etwas geschützt, der sonst doch ziemlich kühl war.
Nach geraumer Zeit traten wir die Rückfahrt an, die nicht ganz so lang war, da wir nicht mehr bis zur Barriere fahren mußten. Die Fahrt auf dem Kanal verlief schön ruhig, wir sahen nur wenige Radfahrer, fast keine Boote, wahrscheinlich ist es den meisten noch zu früh im Jahr oder zu kalt.
An der Schmilauer Brücke angelangt, mußten wir feststellen, das ein Bootswagen nicht mehr da war. Wir fanden ihn später am Steg der Farchauer Mühle. So blieb uns nichts anderes übrig als die “Domsee” in die Hand zu nehmen und sie die 1.100 m zu tragen, dafür wurden sieben Mann abgestellt, trotzdem war es eine elende Schinderei, zumal die Sonne schien. Am Steg der nicht mehr vorhandenen Mühle angekommen, ging es zu Wasser, wobei die “Elsbeth” gleich einen Bootswagen mit an Bord nahm. Dann legten wir die kurze Strecke bis zum Clubhaus in schneller Fahrt zurück und machten uns daran, die Boote aus dem Wasser zu nehmen. Das war aber garnicht so einfach, denn JoBi wollte gleich noch baden, was er allerdings beim Aussteigen aus dem Boot sofort erledigte, so ungeduldig war er. Damit hat er auch gleich das Duschen gespart. Ein schöner Rudertag und glückliche Heimkehr, Boote sind heil geblieben, nur etwas Lehm am Bug zeugt noch von dem Manöver am werdenden Fischtrunk.
Juni 2005, Hans Gerd Heyer

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