Internationale Hügel-Regatta in Essen

Und wieder trug sich ein Ruderer des Ratzeburger Ruderclubs in die Siegerlisten eines internationalen Wettkampfes ein. In der grünen Lunge des Ruhrgebiets auf dem Essener Baldeneysee ruderte sich das 25jährige Leichtgewicht Jörg Lehnigk ins Augenmerk der nationalen und internationalen Beobachter. Nachdem der Sportstudent aus der Inselstadt lange mit seinem Vereinskameraden Nils Budde für den Doppelzweier trainiert hatte, gab es nach den ersten Einer-Überprüfungen durch den Coach doch einige personelle Umstrukturierungen.
In Absprache mit Bundestrainer Lothar Trawiel probierte es der 1,80m große Lehnigk nun mit dem Olympiaruderer Manuel Brehmer aus Berlin im Doppelzweier der Leichtgewichte. Jahrelang wurden in dieser olympischen Bootsklasse Mannschaftskombinationen getestet, die international bei WM und Olympia nicht in die Medaillenränge vorzudringen vermochten. Dies soll nun anders werden, in dem mit jungen und hungrigen Ruderern wie dem RRC-Skuller Jörg Lehnigk, auch Nachwuchsleute eine Chance bekommen. Und auf dem gewohnt welligen Natursee an der Ruhr überzeugte die neue Städte-Partnerschaft Ratzeburg-Berlin äußerst souverän. „Im Prinzip hat alles sehr gut zusammengepasst. Wir sind vom Start weg marschiert, haben bei 750 Meter unseren Spurt effektiv gesetzt und eine Länge auf unsere ärgsten Widersacher aus Mainz gewonnen. Danach wurde es noch einmal enger, aber auf den letzten 500 Metern oder 60 Schlägen haben wir dann über den gemeinsamen Endzug das Rennen für uns entschieden und an beiden Tagen klar gegen die nationale Konkurrenz gewonnen“, freut sich ein zufriedener Jörg Lehnigk nach dem gelungenen Saisonauftakt im „Pott“. Athen-Ruderer Marco Geisler indes hatte ein bisschen Pech. Nach einer kleinen Verletzung konnte der mehrfache Olympionike nicht optimal trainieren und kam im „schweren“ Doppelzweier mit seinem neuen Partner Karsten Brodowski aus Potsdam im A-Finale nur auf einen für den Weltmeister von 2003 unbefriedigenden 5.Platz. Am kommenden Wochenende lässt Bundestrainer Trawiel aus der Ruderakademie seine Kaderleute inklusive Lehnigk, Budde und Geisler noch einmal zur zweiten Einer-Überprüfung über 2000 Meter auf dem Ratzeburger Küchensee gegeneinander antreten. Auf dem frisch verlegten Albano-Rennsystem misst sich dann die komplette Nationalmannschaft noch einmal im Rennen gegeneinander, um eventuelle neue Mannschaftskonstellationen zusammenzustellen und neuste Erkenntnisse über Belastbarkeit und Leistungskonstanz der Athleten zu gewinnen. Den ersten von drei Weltcups der Saison in der englischen Schulstadt Eton lassen die leichten und schweren Skuller in diesem Jahr aus trainingsphysiologischen Gründen sausen. Stattdessen trainiert der Nationalkader lieber ordentlich im österreichischen Weißensee und reist von dort direkt zum zweiten World-Cup-Rennen auf der Münchener Olympiastrecke von 1972 in Oberschleißheim. „Dort in München und beim World-Cup-Finale in Luzern auf dem Rotsee müssen wir dann topfit unsere beste Leistung abgeben, um die begehrte Fahrkarte für die WM in Gifu/Japan zu lösen“ gibt der Ratzeburger Lehnigk einen kurzen Ausblick über den geplanten Saisonverlauf.
Etwas angeschlagen zeigte sich zur Zeit das RRC-Leichtgewichts-As Nils Budde. Der 24jährige WM-erfahrene Skuller kämpft derzeit um die Position des Ersatzmannes für den Doppelzweier, um jederzeit jeden Platz im ersten Boot einnehmen zu können. Mit einem Sieg im B-Finale von Essen präsentierte der junge Student noch nicht wieder ganz in Bestform, aber schon auf einem deutlich aufsteigenden Ast, nachdem Budde wegen eines Infektes bei den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften nicht teilnehmen konnte. Auch der zweite junge Ratzeburger lauert wachsam auf die begehrten Plätze im kleinen Kader und wird für seine starken Leistungen auch irgendwann belohnt werden. „Leider hat es mit unserem reinen Ratzeburger Zweier mit Nils und mir bisher noch nicht geklappt, aber der Weg in Richtung China 2008 ist ja noch sehr lang und steinig und wir werden schon noch unsere gemeinsame Chance bekommen“ gibt sich der ehemalige U23-Weltmeister Lehnigk nach dem erfolgreichen Wochenende ebenso geduldig wie bereit. Ein echter Ausdauersportler eben.

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