Langstreckenregatta in Leipzig

Nach einem langen Wintertraining hatten die Recken des Ratzeburger Ruderclubs nun ihren ersten Wettkampf in der neuen Saison zu bestehen. Bei der 6000-Meter-Langstreckenregatta in Leipzig-Burghausen sollten sich alle Bundeskaderathleten und Aspiranten auf die Plätze im Kleinboot, Riemen-Zweier oder Einer, vor den Augen der Bundestrainer präsentieren und sich für höhere Aufgaben bei der Mannschaftsbildung empfehlen.
Erfolgreichster Athlet war wieder einmal Leichtgewicht Jörg Lehnigk, der für die dreifache Normaldistanz in 23:33 min einen guten dritten Rang belegte. Angefeuert vom Trainer-Duo Harald Schröder und Ex-Weltmeister Kai von Warburg schaffte auch Nils Budde den Sprung unter die Top Five in der sächsischen Metropole und belegte in 23:41 min Rang vier hinter seinem Trainingspartner Jörg. Ein sehr kompaktes Mannschaftsergebnis also für die beiden Leichtgewichte aus der Inselstadt, die in diesem Jahr vielleicht sogar gemeinsam im olympischen Doppelzweier angreifen wollen. Dazu müssen sie allerdings erst einen harten Brocken aus dem Weg räumen, denn Platz eins und zwei gingen in die Leichtgewichtsskull-Hochburg Mainz, den Olympiaruderer Ingo Euler und Matthias Schömann-Finck, die sicherlich ebenfalls über eine gemeinsame Zweier-Lösung nachgedacht haben werden. „Wir sind ganz gut drauf und sollten die Reihenfolge auf einer Langstrecke nicht überbewerten. Spannender wird es in zwei Wochen beim Frühtest über 2000 Meter. Da werden wir dann wirklich sehen, wer was drauf hat und gut in Form ist und wer nicht“, macht der 25jährige Sportstudent Jörg Lehnigk eine klare Kampfansage für die olympische Distanz.
Nach ihrem Olympiasieg setzt Goldgewinnerin Meike Evers bekanntermaßen erstmal wieder aus mit dem Rudersport und konzentriert sich auf ihren Beruf als Kriminalkommissarin. Dabei wird sie sich in Ruhe überlegen, ob sie mit ihrem Heimtrainer Hans-Peter Schmidt noch einmal gemeinsam in Richtung Peking 2008 arbeiten wird, was sich aber sicherlich noch nicht in diesem Jahr entscheiden wird. Dafür startet der 31jährige Marco Geisler schon wieder voll durch. Nach der verpassten Medaille im olympischen Finale auf der Regattastrecke Schinias wollte der mehrfache Weltmeister so nicht von der internationalen Bühne abtreten und kämpft sich fortan wieder durch die Selektionskriterien für die Nationalboote von Bundestrainer Lothar Trawiel aus der Ruderakademie. In Leipzig belegte der eher kraftvoll agierende Zwei-Meter-Hüne auf der mehr ausdauer-lastigen Langstrecke einen ordentlichen zehnten Platz. Mit dem dreifachen Olympia-Teilnehmer Marco Geisler sollte daher ob seiner starken Physis auf dem Kölner Frühtest gerechnet werden. Und auch bei den Nachwuchskräften tut sich einiges. Hauke Klemp belegte im starken Männerfeld einen soliden 25. Platz und Ramona Lüdemann in ihrer ersten Saison bei den Senioren einen guten 18. Rang im Gesamtklassement.

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