Radrennen und Langstrecke

Ratzeburgs Topskuller bereiten sich nach einer kurzen Erholungszeit wieder einmal auf die kommende Saison vor. Die Saisonhöhepunkte 2006 sind zwar mit den Deutschen Meisterschaften im Juli und den Weltmeisterschaften im August noch scheinbar lange hin, doch das sportliche Fundament wird bereits im Herbst bereitgestellt. Oder wie es auch nicht selten, aber wahr in Rudererkreisen heißt: „Die Medaillen werden bereits im Winter geschmiedet“. Und auf diesem Aphorismus basierend fordern die Bundestrainer sämtliche Kadersportler und solche die es werden wollen am kommenden Sonntag auf, ihre physiologischen Stärken auf der Langstrecke im Kleinboot unter Beweis zu stellen. Das bedeutet, dass alle Skuller sich im Skiff und alle Riemenruderer im Zweier ohne Steuermann über sechs Kilometer auf dem Dortmund-Ems-Kanal beweisen müssen. Vielleicht beflügelt dieses besondere Trainingsrevier, wo auch der Deutschland-Achter unter Coach Dieter Grahn seine Trainingskilometer sammelt, die Ruderer aus dem Lauenburgischen ja zu besonderen Höchstleistungen. Am vergangenen Wochenende haben die Inselstädter noch einmal in der Eulenspiegelstadt Mölln den Wettkampf auf dem Elbe-Lübeck-Kanal simuliert und sind zwei mal drei Kilometer im Renntempo gefahren. „Wir haben fleißig trainiert, die Tests in Mölln waren in Ordnung, aber wie viel die Leistungen wert sind, sehen wir Sonntag im Ruhrgebiet erst nach der Ziellinie. Wir starten ja im Minuten-Abstand, von daher werden Überholmanöver eher selten zu beobachten sein. Das heißt also jeder ist alleine im Kampf gegen sich und die Uhr, deshalb werden wir auch alle zügig losfahren, dann noch mal Gas geben und versuchen bis ins Ziel unser Tempo durchzuhalten. Aber mit unseren erfahrenen Trainern, die uns vom Ufer her das ganze Rennen über motivieren und zur Höchstleistung schreien, habe ich ein gutes Gefühl“ erzählt der 24jährige WM-Ruderer Nils Budde prospektiv vor dem vorerst letzten Ruderrennen der nächsten fünf Monate. „Gerade weil die Zeit bis zum April so lang scheint, ist der letzte Eindruck vor der Regattapause den wir in den Notizbüchern der Bundestrainer hinterlassen so wichtig und deshalb setze ich mir auch die Top Ten als Ziel“ gibt Leichtgewichtsskuller die Marschrichtung für die Langstrecke vor. Mit ihm werden Jörg Lehnigk, ebenfalls bei den Leichtgewichten, Arne Lange, Christian Vennemann und Hannes Heppner in ihrem ersten Jahr bei den Senioren, sowie Melanie Hansen aus dem Internat der Ruderakademie bei den Frauen an den Start gehen. Der mehrfache Weltmeister und A-Kader-Athlet Marco Geisler wird in Dortmund noch nicht starten, da er im Rahmen seines Berufes bei der Bundespolizei noch nicht optimal trainieren konnte. Der Zweimeter-Skuller zeigt sich seinen Widersachern erst Anfang April auf der Langstrecke in Leipzig wieder. Weitere Informationen gibt es unter www.langstrecke-dortmund.de

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