Ruder Worldcup München 2005

Die Weltelite der Ruderer traf sich in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal nach der Worldcup-Premiere von Eton (England). Und selbstverständlich dürfen da auch die Ratzeburger Skull-Cracks nicht fehlen, wenn sich besten Ruderer gegenseitig testen und taxieren. Denn für viele Boote war diese 2000-Meter-Regatta in der bajuwarischen Metropole bereits etwas mehr als die halbe Nominierung für die WM in Gifu (Japan). Denn nun bleibt nur noch das Worldcup-Finale von Luzern (Schweiz) in drei Wochen als Generalprobe.
Und für den Ratzeburger Ruderclub gab es in München-Oberschleißheim Licht und Schatten zu berichten. Olympionike und Weltmeister von 2003, Marco Geisler, arbeitet auch in dieser Saison auf seinem angestammten Platz, dem Mittelschiff des Männer-Doppelvierers von Bundestrainer Lothar Trawiel. Doch die bis zur WM in Mailand 03 so siegesverwöhnten deutschen Großboot-Skuller kommen auch nach der Olympia-Enttäuschung von Athen (keine Medaille als amtierender Weltmeister) nicht so richtig in Fahrt. Bis auf den Zweimeter-Ratzeburger Geisler sind alle drei anderen Athenruderer derzeit aus dem Boot gegangen und im nacholympischen Jahr durch Nachwuchsathleten ersetzt worden. Rene Bertram aus Magdeburg war zwar schon einmal Weltmeister im Vierer, Marco Spielau (Halle) und Karsten Brodowski (Potsdam) sind jedoch neu im Geschäft. Deshalb muss diese Mannschaft erst einmal reifen und technisch-rhythmisch zusammenfinden. In München verpasste das DRV-Quartett das obligatorische A-Finale und belegte im B-Finale hinter Weißrussland einen nicht zufrieden stellenden achten Platz. Da jedoch für den kurzfristig erkrankten Brodowski Ersatzmann Steffen Blättermann (Halle) ins Boot gekommen war, bleibt für Luzern noch einiges an Potenzial für das olympische Goldboot der Jahre 92 und 96. Und auch ein bisschen die Hoffnung, dass Robert Sens sich auf dem „Göttersee“ von Luzern nicht gegen Ausnahmeskuller Marcel Hacker durchsetzen kann und vielleicht ins Viererboot zurück kehrt.
Fast optimal läuft es derzeit für Leichtgewichtsskuller Jörg Lehnigk. Letzte Saison noch im nichtolympischen Zweier-ohne unterwegs, nimmt der 25jährige Topskuller jetzt gewaltig Anlauf Richtung WM in Japan Ende August. Mit seinem Berliner Schlagmann Manuel Brehmer preschte „Jörgi“ auf der WM-Strecke von 2007 im A-Finale mit einer ganz starken Leistung auf den zweiten Platz. Bis 1000 Meter gar hatte der deutsche Zweier das Feld noch angeführt, konnte jedoch den Spurt der später siegreichen Italiener nicht parieren. „Grundsätzlich sind wir schon mal ganz zufrieden. Unser Start war nicht ganz so stark und wir haben uns eigentlich auf Frankreich konzentriert. Dann jedoch haben die Italiener Basalini/Pettinari bei 1250 Metern einen derart starken 20-Schläge-Spurt gezogen, dass wir da noch nicht gegen halten konnten. Unser Grundschlag ist schon ganz gut, wir müssen nur noch daran arbeiten solche Attacken wirkungsvoll zu parieren und im Endspurt gemeinsam und effektiv die Sau rauszulassen. Denn eigentlich ist jeder schlagbar und bis Luzern sind es noch drei Wochen“ gibt sich ein gut aufgelegter Lehnigk zufrieden nach den Rennen von München.
Auch der RC Neumünster hatte mit Leichtgewichtsruderin Berit Carow ein heißes Eisen im Feuer. Die Studentenweltmeisterin des vergangenen Jahres im „leichten“ Zweier, will heuer auch in der offenen Klasse die Konkurrenz aufschrecken. Mit ihrer Würzburger Partnerin Laura Tasch schaffte auch die junge Frau aus Schleswig-Holstein die Qualifikation für das A-Finale und legte hier noch ein Pfund drauf. Nach ordentlichem Start und einer gesicherten dritten Position auf den ersten drei Streckenabschnitten bis 1500 Meter, drehte das deutsche Duo im Endspurt noch einmal mächtig auf erkämpfte sich Rang zwei hinter Finnland. Die Boote aus Polen, Russland, Holland und Italien hatten dem unwiderstehlichen Endspurt nichts entgegen zu setzen.

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