U23-Weltmeisterschaften Amsterdam

Der 20jährige Daniel Holert vertrat erst jüngst die Farben der RG Geesthacht und des Deutschen Ruderverbandes (DRV) mehr als würdig bei den U23-Weltmeisterschaften im niederländischen Amsterdam. Auf der dortigen bekannten „Bosbaan“ musste der weltweite Rudernachwuchs für die Olympiaboote jetzt gegeneinander antreten und der Zwei-Meter-Hüne aus dem Südkreis des Lauenburgischen hatte sich bei den Deutschen Meisterschaften einen Platz im Nationalachter von Bundestrainer Thomas Affeldt erkämpft. Als Titelverteidiger war der U23-Achter in die größte Stadt der Niederlande an der Amstel-Mündung gereist und wollte sich von keiner Nation die Butter vom Brot nehmen lassen und zeigen dass der Weg zur Goldmedaille nur über das DRV-Boot führt.
Die acht baumlangen Männer vom Ratzeburger Bundestrainer Thomas Affeldt, der seit Jahren erfolgreich den U23-Bereich im Leistungsstützpunkt Dortmund betreut, legten gleich erwartungsgemäß in Hollands bekanntester Metropole los. Bei den wegen der Meeresnähe zu recht erwarteten Winde knackte der „kleine“ Deutschland-Achter sowohl im Vorlauf mit 5:31min, als auch im Halbfinale mit 5:30 min den bestehenden Streckenrekord auf der 2000-meter-Distanz und rückte sich in das Licht, wo sie auch hingehören wollten: In die Favoritenposition. Im Finale dann allerdings bekam der Holert-Achter mächtig Gegenwind ins Gesicht bzw. an den Rücken geblasen, sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenden Sinne. Bei den plötzlichen anderen Windbedingungen kamen die Favoriten in Schwarz-rot-gold nicht so richtig in Tritt auf der Strecke und fanden nicht ihren optimalen Rhythmus, der sie bisher so stark gemacht hatte. Der U23-Achter legte zwar einen Start hin, wie sie ihn schon lange nicht mehr so fulminant hinbekommen haben, musste sich dann auf dem zweiten Streckenabschnitt von den Rumänen einfangen lassen und wurde auf seinem stärksten Teilstück, den dritten 500 Metern, dann auch noch von den stark aufkommenden Italienern überholt. „Im Endspurt haben wir dann alles Menschenmögliche versucht, um uns zu wehren, dabei jedoch leider unseren Rhythmus verloren und die Canadier haben uns dann auch noch mit 4/10 Sekunden Vorsprung Bronze weggeschnappt. Für mich ist diese WM-Teilnahme ein Riesenerfolg und es war schon ein richtig geiles Gefühl in diesem bärenstarken Achter zu rudern. Dass es am Ende trotz Favoritenposition nicht zu einer Medaille geschweige denn Titelverteidigung gereicht hat ist natürlich ein Wehrmutstropfen, aber ich versuche das jetzt zu vergessen, abzuschalten und ab Ende August wieder weiterzuarbeiten“, erzählt der Geesthachter Daniel Holert, der am Finalsonntag wenigstens seinen 20.Geburtstag im Rahmen seiner ersten WM feiern konnte. Jetzt wird sich der Abiturient erst einmal im Urlaub in Schweden entspannen, bevor die Vorbereitung auf die nächste Saison wieder ansteht. Aber selbst im urlaub in Schweden hat Daniel Holert seine Laufschuhe dabei, da man als richtiger Sportler nach 20 Stunden Training in der Woche nicht einfach so nichts mehr machen kann.

Ebenfalls erfolgreich zeigte sich die noch junge Melanie Hansen aus dem Sportinternat in der Ruderakademie Ratzeburg. Die Athletin aus Schleswig, die jedoch die meiste zeit über auf dem Ratzeburger See trainiert, war bereits Deutsche U23-Meisterin geworden und hatte sich so einen Platz im National-Doppelvierer gesichert. Das zum Olympia-Stützpunkt Hamburg-Schleswig-Holstein gehörige Rudertalent gewann im Mittelschiff des U23-Doppelvierer nach einem langsamen Start noch eine herausragende Silbermedaille hinter den starken Rumäninnen und ist ein weiterer Beweis für den Erfolg des Sportinternats in der Inselstadt.

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