Deutsche Meisterschaften 2007 auf dem Fühlinger See in Köln

Jörg Lehnigk jubelt über Deutschen Meistertitel

Riesenfreude auch bei den mitgereisten Fans des Ratzeburger Ruderclubs über einen erneuten Deutschen Meistertitel durch Leichtgewichts-As Jörg Lehnigk. Der 27jährige Hochleistungsruderer dominierte bei den nationalen Titelkämpfen auf der WM-Strecke von 1998 die bundesweite Konkurrenz im Skiff bis 72,5 kg und kann nun schon optimistisch in die Zukunft blicken.

Mit absoluter Souveränität marschierte der Sportstudent aus dem Lauenburgischen über Vorlauf, Viertel- und Halbfinale in das große Finale über 2000 Meter bei den 3. Deutschen Kleinbootmeisterschaften auf dem Fühlinger See in Köln. Nach etlichen Trainingslagern zur Vorbereitung des „TopTeam Peking“ hatte der sympathische Ausnahmesportler eine solide Grundlage mit zur Meisterschaft gebracht, die ihm letztendlich auch die Goldmedaille in der Konkurrenz der 50 besten Leichtgewichtsskuller Deutschlands einbrachte. „Wir haben den ganzen Winter über viel an der Technik, insbesondere der Freilaufphase des Bootes, gearbeitet und ich fühle mich bei der Bewegung nun viel entspannter und schwungvoller, was man auch an den Resultaten sieht. Ich habe einfach rudertechnisch noch mal einen Sprung nach vorne gemacht und hoffe natürlich, dass es in diesem Jahr bei der heimischen WM in München auch vielleicht zu einer Medaille reicht“, kommentiert ein erschöpfter aber glücklicher Jörg Lehnigk seinen Titel des Deutschen Meisters. Von daher wird mit Bundestrainer Lothar Trawiel aus der Ruderakademie fortan der passende Partner für den olympischen Doppelzweier gesucht werden. Aber zunächst einmal wurde den schon gewonnenen ersten Titel der Saison im Garten der Eltern mit einem Gläschen Sekt angestoßen, bevor es schon am nächsten Tag wieder mit dem weiteren Training losging.

Vereinskamerad Nils Budde zeigte sich ebenfalls in starker Verfassung und greift nach knapp zwei rennlosen Jahren nun wieder die nationale Spitze an. Das A-Finale verpasste Budde zwar knapp, ruderte seine Wut über die verpasste Teilnahme dann jedoch im B-Finale heraus und siegte hier äußerst überzeugend. Auch die Zielzeit war die insgesamt viertschnellste aller Finalteilnehmer und lässt den engagierten Skuller nun als nächstes an das Projekt Leichtgewichtsvierer denken. Dieser Vierer gehört zwar nicht zu den olympischen Disziplinen, hat in Deutschland jedoch eine große Tradition und vor allem immer eine gute Medaillenchance auf den Weltmeisterschaften.

Einen grandiosen Einstand feierte indes Riemenspezialist Florian Mennigen bei seinem ersten Auftritt nach dem dreijährigen US-Studium in Boston. Mit seinem neuen Schlagmann Tobias Kühne vom Hannoverschen Ruderclub preschte der 24jährige Mustiner gleich auf Anhieb ins Finale der sechs besten deutschen Zweier und distanzierte dabei einige amtierende Weltmeister aus dem „Deutschland-Achter“ und dem „Deutschland-Vierer“. Mit diesem Einstand nach Maß und einem soliden 5. Finalplatz dürfte auch Florian Mennigen bei Bundestrainer Grahn für einen Rollsitz im Vierer oder Achter im Gespräch sein.

Etwas enttäuscht waren dagegen die B-Senioren Arne Lange und Hannes Heppner, die auch in ihrer zweiten Saison bei den Senioren noch auf den Durchbruch warten müssen. Nach vor- und Zwischenläufen reichte es noch nicht zum Sprung unter die Top20 der deutschen Skullerelite. Aber die Saison ist ja noch lang und es sind noch einige Wochen Zeit bis zu den Deutschen U23-Meisterschaften.

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