Auffallend – Stark

Sie fallen auf – Inga Orlowski und Olaf Heine! Beide sitzen durch Krankheit bzw. Unfall im Rollstuhl. Wer jetzt aber denkt, dass könnte das Duo vom Ratzeburger RC stoppen, der irrt! Nicht nur, dass beide seit ca. 7 Monaten ein starkes Team im Doppelzweier bilden, und mehrmals in der Woche ihre Bahnen auf dem Küchensee ziehen. Jetzt haben beide, passend zum Ausdauertraining der Ruderer, ihren Trainingsschwerpunkt auf’s Hand- bzw. Rennbike verlegt. Großes Ziel, welches parallel unterstütz und kombiniert mit dem Rudern verlief, war der 35. Berlin Marathon am 28.9.2008. So bereitet sich Inga im Renn- und Olaf im Handbike über mehrere Wochen auf ihren großen Wettkampf vor. Neben den vielen Ruderkilometern und dem Krafttraining, wurden viele Kilometer im Bike auf die Straße gebracht.
Olaf der schon den einen oder anderen Marathon absolvierte, wollte seine Bestzeit von 1h 35min unterbieten. Mit gezielten Intensitäten während der Einheiten arbeitete er fleißig an seiner Grundschnelligkeit. Ob es ausreichend war, sollte sich zeigen.
Für Inga war es ihr 1. Marathon. Mit einem Trainingsplan der ebenso die Ausdauer wie auch die Belastungen kombinierte, wollte sie ihre Premiere in Berlin meistern. Inga konnte außerdem gut von den Tips und Erfahrungen ihres Doppelzweierpartners profitieren.
Am Sonntag 8:35 Uhr gaben, bei strahlendem Sonnenschein, der regierende Bürgermeister von Berlin K. Wowereit und Bundestrainer Jogi Löw den Startschuss, auch für Inga und Olaf. Jetzt sollte sich zeigen, ob sich das harte Training auszahlt. Dank des SMS Marathon Services, war Trainerin K. Strey bestens über die Zwischenzeiten ihrer Schützlinge informiert. Es lief gut. Es lief richtig gut! Olaf’s Sohn Jarno (3) war mit Mutti Manuela extra nach Berlin gefahren, um Papa anzufeuern. Beide machen so gut wie alles möglich, um ihrem Papa den Leistungssport zu erleichtern. „Ich war richtig ergriffen, als Olaf schon in 1h 25min 21sek über die Ziellinie raste. Das war der Hammer. Unglaublich!“ Platz 35! Und persönliche Bestzeit! Auch der Choach war begeistert. Für Inga hatten wir ca. 1Std. mehr geplant. Also hieß es warten. Die Stimmung an der Strecke und im Zielbereich war gigantisch. Ständig liefen die aktuellsten Informationen über Biker und Läufer über die Leinwände. Es waren ca. 2Std. 09min vorüber, als auf einmal, wie aus dem Nichts Inga auf der Zielgerade, dem Brandenburger Tor, auftauchte. In sensationellen 2Std. 11min fuhr sie jubelnd und überglücklich als 2. platzierte durchs Ziel.
Wir werden auch weiterhin das Biken, als Trainingsmittel beibehalten und sicher auch weiteren Marathons teilnehmen, aber jetzt gilt unsere größte Aufmerksamkeit wieder der Ruderei und unserem Ziel – die Weltmeisterschaft im Doppelzweier für Handicapruderer 2009 in Poznan / Polen.

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